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Der Deutsche Sprachpreis 2011 geht an Gustav Seibt
Die Henning-Kaufmann-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verleiht den Deutschen Sprachpreis 2011 an den Berliner Historiker, Literaturwissenschaftler und Essayisten Gustav Seibt.Gewürdigt wird Seibt für seine außerordentliche Kunst des Erzählens, die historische Quellen so lebendig werden läßt, dass sich der Leser dem Sog der zeit- und ideengeschichtlichen Zusammenhänge schlechterdings nicht entziehen kann. Das gilt insbesondere für Seibts meisterhafte Rekonstruktion der Begegnung Goethes mit Napoleon im Jahre 1808, die das Panorama einer ganzen Epoche entfaltet. Es gehört zu seinen Verdiensten, dass er dabei auch eine zu Unrecht vergessene Gestalt wie den frühneuzeitlichen Universalhistoriker Johannes von Müller in Erinnerung ruft. Seibt versteht es, seine scharfsinnigen Analysen, etwa über die Auswirkungen der Bologna-Reform auf die Lebensform des Gelehrten, mit profunder Bildung, sprachlicher Eleganz und atmosphärischer Dichte zu verbinden. Er hat uns nicht nur das 18. Jahrhundert, die Geschichte des alten Rom, die hellenistische Epoche und Winckelmann, sondern auch seinen Konstanzer Lehrer Arno Borst nahegebracht. Die Laudatio übernimmt Heinrich Detering. Die Preisverleihung findet am 30.09.2011 in Weimar statt.
Die Stiftung:
Die Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache wurde 1978 von dem Gymnasiallehrer und Namenforscher Henning Kaufmann (1897-1980) unter dem Dach des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft in Essen gegründet. Dem Vorstand gehören an: Helmut Glück, Bamberg, Ulrike Johanning-De Abrew, Essen, Michael Knoche, Weimar und H.-G. Schmitz, Kiel. In den Vorstand der Henning-Kaufmann-Stiftung neu aufgenommen wurde die Journalistin Heike Schmoll (Berlin), Trägerin des Deutschen Sprachpreises im Jahr 2005.Sprachpreis-Träger der letzten Jahre waren: Norbert Miller (2010), Konrad Adam (2009), Blanche Kommerell (2008), Charles Linsmayer (2007), Dieter Henrich (2006), Heike Schmoll (2005), Peter von Matt (2004), Das "Streiflicht" der Süddeutschen Zeitung (2003), Karl Heinz Bohrer (2002), Theodor Ickler (2001) und Peter von Polenz (2000).
